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Hamburg, 16. Juli 2010 - Der Konsolidierungsdruck in der Baumarkt-Branche hat sich durch die Finanzkrise verstärkt, so das Ergebnis einer aktuellen Studie der HSH Real Estate AG unter dem Titel „Baumärkte in Deutschland“. Danach sei die Anzahl der Baumärkte von 2001 bis Jahresbeginn 2010 um 7,7 Prozent auf 2.421 Objekte gesunken, gleichzeitig stieg die Größe der angebotenen Verkaufsfläche um 14,5 Prozent auf 12,64 Millionen Quadratmeter. Von dem Konzentrationsprozess seien besonders kleinere Baumärkte betroffen, denn sie würden dem scharfen Preis- und Qualitätswettbewerb aufgrund dünner Eigenkapitaldecke, geringer Liquidität, weniger wettbewerbsfähigen Kostenstrukturen und konzeptionellen Defiziten kaum standhalten können.
Marktpotenziale in Deutschland noch nicht ausgeschöpft
Insgesamt konnte die Branche nach Rückgängen in den Jahren 2007 und 2008 für 2009 eine Umsatzsteigerung von zwei Prozent auf etwa 17,9 Milliarden Euro verzeichnen. Für das laufende Jahr werde mit einem Umsatz auf Vorjahresniveau gerechnet. Obwohl Deutschland gemessen an den Ausgaben der Haushalte den größten europäischen Markt im Do-it-yourself-Bereich besitze, sei das Marktpotenzial noch nicht gänzlich ausgeschöpft. „Der demografische Wandel und der daraus resultierende Rückgang der Einwohnerzahl verringert zwar die Anzahl der potenziellen Kunden“, so Sonja Bausch, Leiterin Research bei der HSH Real Estate und eine der Autoren der Studie. „Allerdings werden die Menschen in Deutschland durchschnittlich immer älter und haben im Alter auch veränderte Ansprüche. So müssen Wohnungen und Häuser altengerecht umgebaut werden, um ein Wohnen in den vertrauten vier Wänden möglichst lange zu gewährleisten, was unter anderem barrierefreie Zugänge zu Gebäuden und Wohnungen, den Einbau von Aufzügen, Türverbreiterungen und den Umbau von Sanitärräumen erfordert“. Dies wird sich nach Meinung der Autoren der HSH-Studie Absatz fördernd auf die Bau- und Heimwerkermärkte auswirken. Weitere positive Effekte könnten durch Modernisierungsmaßnahmen von Gebäuden ausgehen. Diese würden seit 1998 das Neubauvolumen übersteigen und inzwischen rund 70 Prozent des gesamten Bauvolumens ausmachen. Auch die Steigerung der Energieeffizenz von Gebäuden und ein hohes Erbschaftsvolumen bis 2020 ließen einen positiven Ausblick für die Bau- und Heimwerkerbranche zu.
Investmentmarkt für Baumärkte fast zum Stillstand gekommen
Fast zum Stillstand gekommen ist laut der Studie der Investmentmarkt. „Wechselten in den Jahren 2004 bis 2007 noch zahlreiche Baumärkte ihren Besitzer, so gab es 2009 und in den ersten Monaten 2010 kaum Aktivitäten auf dem Transaktionsmarkt“, so Bausch. Wenn Baumärkte gehandelt würden, dann meist als ein Bestandteil eines Fachmarktzentrums. Grund hierfür sei, dass Baumärkte bei Investoren allgemein nicht auf Platz 1 der Investitionsliste stünden. Daneben führten die Veränderungsprozesse in der Branche dazu, dass Investoren sich zurückhielten oder nur sehr große und neue Märkte ab 10.000 qm kauften, die zudem über langfristige Mietverträge verfügten. Neue Baumärkte würden kaum noch gebaut. Zwar sehen die Autoren der Studie die Aussichten auf dem Transaktionsmarkt für die Jahre 2010 bis 2012 etwas besser und erste Angebote von Baumärkten am Markt. „Dennoch ist mit einem ähnlichen Transaktionsvolumen wie in den Jahren 2004 bis 2007 nicht mehr zu rechnen“, erläutert Marktexpertin Bausch. Je nach Lagequalität und Mietvertragslaufzeit würden Baumärkte aktuell mit einem Kaufpreisfaktor zwischen 12 und 13 gehandelt.
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